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RADIO EUROPA 2020 - Zukunft machen...

 

130 Jugendliche aus zehn europäischen Ländern erarbeiten Zukunftsentwürfe für das ‚Projekt Europa’.

 

Wie wird Europa im Jahr 2020 aussehen? Welche zentralen Fragen werden die Menschen dann wohl beschäftigen? Mögliche Antworten für unterschiedliche Lebensbereiche erarbeiteten 130 Jugendliche aus zehn europäischen Ländern beim diesjährigen Europäischen Jugendcamp des Auswärtigen Amts „RADIO EUROPA 2020 – Zukunft machen“, das von 18. bis 22. September in Berlin stattfand. Wie in den vorangegangen Jahren ist das Anliegen des Projekts, Jugendliche zu einem konstruktiven gemeinsamen Dialog über die Zukunft der Europäischen Integration anzuregen.
 
In seinem Impulsvortrag zu Beginn des Jugendcamps skizzierte Elmar Brok, Abgeordneter des Europäischen Parlaments, die aktuellen Herausforderungen, denen sich die „frisch erweiterte“ Europäische Union in den kommenden Jahren stellen müsse. Neben den dringend erforderlichen Reformen der Entscheidungsprozesse in der EU gelte es insbesondere, die Distanz zu den Bürgern zu überwinden. Brok warnte in diesem Zusammenhang noch einmal eindringlich vor den möglichen Konsequenzen, die einträten, falls die neue Verfassung nicht in Kraft treten könne: In diesem Fall könne Europa sogar scheitern, so Brok. Die Europäische Integration sei keine Selbstverständlichkeit, sondern müsse immer wieder auf’s neue erarbeitet und gepflegt werden.
 

In diesem Jahr stand das Europäische Jugendcamp unter dem Motto „RADIO EUROPA 2020 – Zukunft machen“. Bereits im Vorfeld der Veranstaltung hatten sich rund 300 Jugendliche mit insgesamt 61 Beiträgen in der Online-Werkstatt von RADIO EUROPA 2020 eingebracht. Die Autoren der beeindruckendsten Beiträge wurden zum Jugendcamp nach Berlin eingeladen. An vier Tagen sollte hier nun ein fiktiver Radiosender erschaffen werden, der aus dem Jahre 2020 berichtet. In sechs thematischen Redaktionen arbeiteten die Jugendlichen an Zukunftsbildern. So entstanden Beiträge zu verschiedenen Fragestellungen, z.B. zur Sprache und Identität in Europa, zur Beschäftigungsentwicklung, der Lebensplanung, der Rolle Europas in der Welt, der Zukunft der Medien, zu den Folgefragen neuer Technologien und zur europäischen Energieversorgung.
 
Die Produkte von vier intensiven Tagen wurde schließlich am letzten Tag in einer Abschlusspräsentation zu einer Sendung verdichtet, in der sich die Beiträge aus den einzelnen Redaktionen zu einem Gesamtprogramm zusammenfügten. Einige der Szenarien gewährten eher düstere Ausblicke auf die Zukunft wie z.B.: "Wird es zu einer „Festung Europa“ kommen? Werden wir Freiheit gegen Sicherheit tauschen?" etc. In diesen Beiträgen spiegelten sich die Sorgen der Jugendlichen angesichts derzeitiger Herausforderungen und Unsicherheiten wider. Sie spielen eine wichtige Rolle, sind sie doch „Warnschilder“ auf unserem Weg in die Zukunft.
Viele andere Szenarien boten aber auch optimistischere Perspektiven und zeigten mögliche Lösungen für dringende Probleme auf. Eine neue Europahymne z.B. bündelt in verschiedenen Sprachen die Hoffnungen, die die Jugendlichen mit einem Europa verbinden, das die Menschen einander näher bringt.
 

Die Szenarien wurden in mehreren Gesprächsrunden zwischen europapolitischen Akteuren und teilnehmenden Jugendlichen diskutiert. Gäste waren u.a. Staatssekretär Peter Ruhenstroth-Bauer (BMFSFJ), Norbert Glante (MdEP), Alexander Graf Lambsdorff (MdEP) und Elisabeth Schroedter (MdEP). Die Europapolitiker zeigten sich durchweg sehr beeindruckt von den Zukunftsentwürfen der Jugendlichen, zogen Parallelen zu den Erwartungen in ihrer Jugendzeit, kommentierten und wagten selbst den einen oder anderen Blick nach vorn.
 
Bei der Erstellung der Szenarien und deren Übersetzung in unterschiedliche Formate wurden die teilnehmenden Jugendlichen von Szenario-Teamern und professionellen Radiomachern unterstützt. Alle Beiträge können nun im Internetportal von RADIO EUROPA 2020 abgerufen werden. Hier können sich interessierte Jugendliche auch weiterhin mit Szenarien einbringen oder im Forum über die bereits eingestellten Beiträge austauschen.
 
Radio Europa 2020 ist ein Projekt des Auswärtigen Amts und der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland. Die Durchführung wird vom Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) in Zusammenarbeit mit dem Institut für prospektive Analysen e.V. (IPA) und dem FEZ-Berlin geleistet.